So fühle ich..

Wie bei der Umfrage gewünscht wurde, mein erster Post über die Gefühlslage. Falls der ein oder andere die Umfrage nicht gesehen hat und nur am Handy mit liest, einfach ganz nach unten gehen und die Web-Version anzeigen lassen. In der Handy Version werden die ganzen Dinge auf der Seite nämlich nicht angezeigt.

Ich habe schon oft versucht anderen zu erklären wie ich mich fühle und über welche Dinge ich mir Gedanken mache. Ist man davon nicht betroffen, wird es einem mit Sicherheit ziemlich schwer fallen dies auch nur Ansatzweise nachzuvollziehen. In einem etwas älteren Post habe ich schon ein Paar Dinge aufgezählt. Wenn ich vor dem Spiegel stehe zB. Es fühlt sich für mich an, als würde meine Freundin vor mir stehen. Ich kenne diese Person in dem Spiegel, aber es bin nicht ich. Ich fühle mich ständig irgendwie Nackt. Nicht so nackt als hätte ich nichts an. Aber so verletzlich nackt. Ich fühle mich immer angreifbar. Auch wenn lange Zeit keiner wusste was mich bedrückt. Ich hab immer das Gefühl alles ablocken zu müssen. Keine Gefühle zuzulassen. Und ich fühlte mich oft allein. Ich habe ständig das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, wofür weiß ich nicht. Aber ich habe ständig das Gefühl ich muss mich erklären, damit die Menschen um mich herum wissen was los ist. Es ist eine verzwickte Lage. Ich weiß einfach, dass ich ein Mann bin. Aber ich weiß auch das ich jetzt noch keiner bin. Ich werde mit Marc angesprochen, ich werde behandelt wie ein Mann, ja. Aber ich sehe immer noch nicht so aus wie eigentlich aussehen sollte. Trotzdem werde ich noch angeschaut. Meine Stimme ist weiblich und auch mein Gesicht. Mein Körper hat diese Scheiß weiblichen Rundungen die ich noch nie wollte. Es hat sich für mich nicht wirklich viel verändert. Jeder weiß davon, ja, aber das ändert für mich nicht soviel, dass ich mich jetzt schon wohlfühlen könnte.
Ich vergleiche mich ständig mit anderen Männer. Ich schaue vermutlich manchen Männern öfters hinterher wie manche Frauen. Weil ich ständig schauen muss was uns unterscheidet. Ich bewundere sie. Kann bis heute nicht verstehen wieso ich nicht so aussehen kann. Wenn ich einmal so aussehe, wie ich schon immer aussehen wollte, kann ich mir momentan nicht vorstellen jemals wieder einen schlechten Tag zu haben. Weil ich nicht verstehen kann wieso man sich über manche Dinge aufregen kann, wenn man doch das schönste auf der Welt hat. Einen Körper der zum Kopf passt. Einen Körper an dem man arbeiten kann und den man gerne ansieht. Zu viel Gewicht auf den Rippen, meine Güte ja. Das habe ich jetzt auch. Aber wenn man doch im richtigen Körper ist und froh darüber ist ein Mann oder eine Frau zu sein, dann kann man dafür kämpfen. Mir persönlich war es Jahre lang egal wie ich aussehe, da ich immer wusste das ich selbst mit 20 kg weniger immer noch eine Frau sein werde.
Ich habe mir als Kind immer gewünscht, einen Unfall zu haben. Egal wie und egal wo. Aber es sollte so enden, dass der einzigste Weg, wie ich am leben bleiben kann, so sein muss, dass ich zum Jungen werden muss. Es geht natürlich nicht, aber ich habe es mir so sehr gewünscht. Ich habe manchmal gedacht, dass ich nur Träume und morgen früh als Junge aufwache. Träume mein leben lang schon Träume, bei denen ich ein Mann bin. Träume schon immer davon eine Frau glücklich machen zu können. Das sie irgendwann einmal sagt " Hey schau mal, da vorne, mein Mann" . Im Prinzip wiederholt sich das immer und immer wieder. Ich fühle schon immer gleich und mache mir über die gleichen Dinge Gedanken.
Ob man es nachvollziehen kann weiß ich nicht, aber es ist auch schwer alles in Worte fassen zu können. Es gibt Sätze in meinem Kopf, die so kompliziert gedacht sind, dass ich sie nicht einmal aussprechen kann. Geschweige den aufschreiben.

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